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Frühchen mit Lungenerkrankungen – MRT ermöglicht oft exakte Diagnose.

Pressebericht RöFo 06/2016

Das konventionelle Röntgenbild spiegelt nur begrenzt die tatsächlichen intrapulmonalenVeränderungen wider. Bei vielenLungenerkrankungen wird daher die CT zur genaueren diagnostischen Abklärung eingesetzt. Sie ist allerdings mit einer relativ hohen Strahlenbelastung verbunden – und daher bei Frühgeborenen nur bei speziellen Fragestellungen indiziert.

Die strahlungsfreie MRT-Diagnostik der Lunge konnte sich inzwischen als bildgebendes Verfahren zur Lungendiagnostik in der Kinderradiologie etablieren. Dank eines weltweit einzigartigen Inkubators können so auch Frühchen im MRT untersucht werden. Babys, die zu früh auf die Welt kommen, sind anfällig für viele Erkrankungen. Ursache hierfür sind die noch nicht abgeschlossene Entwicklung und Reifung aller Organsysteme. Lungenprobleme gehören dabei zu den häufigsten Erkrankungen bei Frühgeborenen. Denn die Lunge zählt beim Fetus zu den am spätesten entwickelten Organen.

Wenn ein Baby zu früh geboren wird, ist seine Lunge daher noch unreif – und damit steigt das Risiko für das Atemnotsyndrom (ANS oder auch IRDS; infant respiratory distress syndrome). Das ANS wird durch den Surfactantmangel bei noch unreifer Lunge ausgelöst. Surfactant sorgt dafür, dass die Oberflächenspannung der Lungenbläschen herabgesetzt wird. In der Folge eines Surfactantmangels kann sich die sog. bronchopulmonale Dyplasie (BPD) entwickeln. Typische Symptome sind eine schnelle Atmung, Kurzatmigkeit, Keuchen und Husten, um mehr Sauerstoff zu inhalieren. Ursächlich dafür sind einerseits die bei Frühchen nicht selten notwendige künstliche Beatmung mit daraus resultierender Druckverletzung am Lungengewebe, aber auch die gegenüber der Umgebung im Mutterleib erhöhte Sauerstoffkonzentration im Blut.

Daneben spielen weitere Faktoren eine Rolle wie Infektionen oder ein Fortbestehen der fetalen Shuntsituation. Zu früh geborenen Babys fehlen auch wichtige Antikörper, um z. B. das sog. Respiratory Syncytial Virus (RSV) zu bekämpfen. Untersuchungen zeigen zudem, dass Kinder, die als Frühgeburten auf die Welt kamen, auch langfristig unter Lungenproblemen leiden: Sie haben eine allgemein verringerte Lungenfunktion, mehr Atemwegserkrankungen, ein höheres Risiko für allergisches Asthma und sind im Sport weniger leistungsfähig.

Aus den genannten Gründen ist es wichtig, Lungenerkrankheiten von Frühchen möglichst sicher zu differenzieren und sie zielgerichtet zu behandeln. So wird eine frühe Diagnose und Therapie die Entwicklungschancen verbessern.

Neben der Röntgenaufnahme als Standardbildgebung ist die MRT-Diagnostik eine sehr gute Methode, um Lungenkrankheiten von Frühchen zu diagnostizieren. So zeigen Studien aus den USA, dass im MRT die Lunge besser dargestellt werden kann als zum Beispiel im Ultraschall.

Da Frühchen auf die schützende Atmosphäre eines Inkubators angewiesen sind, hat das Lübecker Medizintechnik-Unternehmen LMT Medical Systems GmbH einen besonderen Brutkasten für Frühchen entwickelt: Mit diesem MR Diagnostik Inkubator System können Frühgeborene direkt in den Magnetresonanz-Tomografen geschoben und dort untersucht werden. Ein solcher Inkubator wird bisher in 4 deutschen Kinderkliniken eingesetzt: im Universitätsklinikum Tübingen, im Universitätsklinikum Jena, im Universitätsklinikum Essen und in der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.

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